Barock Kleidung in der Ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Holländisches Barock / Mode des 30 jährigen Krieges


Holland war bekannt für seine Stoffherstellung. Besonders Spitzen (Diese kann man im Spitzenmuseum in Brügge sehen). Der Jaquardwebstuhl wurde erfunden. Man wollte mit dem Verkauf der Stoffe die Wirtschaft fördern.
Es war die Zeit der 3 Musketiere.
Künstler malten natürliche Portraits mit Tiefe im Bild (Konturen, Lippenfarbe…).
In den Bildern wurden auch Alltagssituationen / Straßensituationen dargestellt, sogar der Hund war mit im Bild.
Man trug den Rubenshut, ein dunkler Filzhut von Männern und Frauen getragen, nach dem Maler benannt. Viel Spitze und dunkle Farben.

Umschwung nach der Spanischen Mode:

Man trug den Spitzenkragen. Spitzen waren Hauptbestandteil des Holländischen Barock.
Die Mode wurde sehr feminin. Man trug Ohrringe, das Oberteil wie ein Mieder, Weiße Seidenstrümpfe, Schuhe mit reich verziertem Absatz.

Veränderungen zur Renaissance:

Die Silhouette wirkt gerader, die Taille der Barock Kleidung ist nach oben gerutscht, etwas freier und individueller als in der Renaissance, bürgerlich, einfache Kleidung (Schürze, keinen Reifrock, kein Korsett).

Frauenmode:

Die Frau trug Hüftpolster und bis zu 12 Unterröcke. Der oberer Rock wurde hochgebunden / die Röcke hochgerafft.
Die Haare wurden hinten hochgesteckt und vorne hängen lassen (Pendant zum hochgebundenen Rock)

Herrenmode:

Die Männer sahen aus wie die 3 Musketiere.
Mit der Feder auf dem Hut wurde der Gemütszustand dargestellt. Je nachdem wurde sie drapiert.
Der Man trug Faveurs (Geschenk einer Dame), Band Schleife oder Perle, an Haarsträne gebunden.
Die Strümpfe konnten 2-farbig (Mi-parti) sein.
Man trug ein Ärmelloses Ledergoller / Koller (Halsrüstung / Kragen), bzw. ein Wams aus Leder als Regenschutz. Durch das Schoßwams mit Schößchen, dadurch dass die Taille nach oben gerutscht ist und die kurzen Ärmel, wird eine breite Wirkung erzielt.

Kinder-Barock-Kleidung

Die Kinderkleidung war identisch zum Erwachsenenalter. Kleine Jungs hatten auch Kleider an. Große Jungs waren im Barock wie Männer gekleidet. Die Wohlhabenden waren farbig gekleidet, sehr aufwendig verarbeitet.

England:

In England trug man den Stuartkragen und ein tiefes Dekollete.

Landgrafenmode / Rheingrafenmode

Der Umschwung zur französischen Barock Kleidung.
Die Landgrafenmode wurde vom Adel getragen. Den Rheingrafen war die einfache Mode zu trist.

Herr:
Diese Mode war aufwendig verziert, mit Schleifen und Schärpe.
Männer trugen Rockhosen und lang gestreckte Jacken.

Dame:
Damen trugen das Mieder mit Schneppe und Schößchen, mit tiefem Ausschnitt, die Taille lag tatsächlich in der Taille.

2. Hälfte des 17. Jahrhunderts: Französisches Barock

Geschichtlicher und politischen Hintergrund und die Auswirkungen auf die Mode in Europa:

Absolutistische Herrschaft Ludwigs XIV des Sonnenkönigs. Frankreich war bestimmend.
Dies führte zu einer Prunkvollen Hofhaltung und zu einer Eleganten, luxuriösen Mode.

Man kleidete sich „a la mode“. Da es sich um die Französische Mode handelt, wurden überall französischen Begriffe benutzt.

Der Film „Das Parfüm“ spielt im Übergang von Barock zu Rokoko. Es wurde weniger Seife und Wasser verwendet. Es gab das Gerücht, dass Wasser der Haut schadet.

Mohren wurden als Bedienstete gehalten, adelige Männer hatten Mätressen, die Aufgabe der Königin war das Kinderkriegen.

Mozart spielte als Kind schon Klavier.

Herrenmode:

Männer trugen Perücken „Allonge-Perücke“ (Wie bei einem Richter). Aus Echthaar, evtl. von Toten, manchmal auch aus Hanf oder Rosshaar oder echtes langes Haar, evtl. Locken mit einem Brennstab eingedreht. Der Dreispitz durfte nicht fehlen.

Man trug die Manteljacke „Justaucorps“ (= „direkt auf dem Körper“), mit großen breiten Ärmelaufschlägen, darunter eine Weste und die Hose „Culotte“.

Männer waren geschminkt und Parfümiert. Sie trugen Seidenstrümpfe, Halbschuhe mit stumpfer Spitze, Schnalle und Absatz.

Die Stoffe waren mit Goldfäden bestickt.

Damenmode:

Das Gesäß wurde durch ein Schößchen betont, der Oberrock nach hinten gebauscht (Französischer Steiß), und endete in einer Schleppe, man trug die Robe / Manteau, die Ärmel gingen nur noch bis zum Ellenbogen, mit dem Korsett unter dem Mieder wurde der Busen platt geschnürt, im Mieder war ein eingepasster „Stecker“.
Man wollte groß und schlank sein, deshalb frisierte man die Haare hoch und setzte noch eine „Fontage“ oben drauf.
Ein Schönheitspflästerchen durfte nicht fehlen.

Bürgerliche Frau:

Bürgerliche Frauen trugen eine Schürze und ein Gestell auf dem Kopf (Wie bei spanischen Trachten).

Leopold der 1.

Leopold der 1. wirkte sehr feminin, er trug einen opulenten Helm und lange offene Haare (Löwenmähne).